Die Suche nach den richtigen Mitarbeitern ist für jedes Unternehmen eine herausfordernde Aufgabe. Jenen Mitarbeiter zu finden, der hinsichtlich Ausbildung, Berufserfahrung und sozialen Kompetenzen dem Anforderungsprofil entspricht, spielt dabei eine wichtige Rolle. Nicht aus dem Fokus geraten sollte die Frage der Sicherheit. Mittels eines Background-Checks kann erkannt werden, ob ein Bewerber zum Sicherheitsrisiko für den Arbeitgeber werden kann bzw. ob es sich um einen Bewerbungsbetrüger handelt, der sich mit getürktem Lebenslauf eine Stelle erschwindeln will.

Natürlich haben Arbeitgeber in der Regel nicht die Möglichkeit einen Bewerber umfassend zu „durchleuchten“, so wie das Berufsdetektive tun. Mit den folgenden einfachen Maßnahmen kann Bewerbern jedoch ein wenig auf den Zahn gefühlt werden.

 

Strafregisterbescheinigung

Verantwortungsvolle Positionen, die Integrität voraussetzen, sollten nur von Personen mit tadellosem Leumund ausgeübt werden.

Lassen Sie sich von einem Bewerber einen aktuellen Auszug aus dem Strafregister zeigen, um zu sehen, ob er etwas am Kerbholz hat. Sollte der Bewerber längere Zeit im Ausland verbracht haben, so bitten Sie ihn auch um einen Auszug aus dem betreffenden Land.

Mit digitaler Signatur kann die Strafregisterbescheinigung auch online vom Bewerber beantragt werden.

Link zur Onlineanfrage

Bedenken Sie, dass ein sauberer Auszug nicht automatisch ein sauberes Vorleben bedeutet. Freiheitsstrafen von bis zu drei Monaten scheinen zum Beispiel in der regulären Strafregisterbescheinigung nicht auf. Ebenso sind laufende Verfahren nicht erwähnt.

 

KSV-Auszug

Stellen, bei denen Bargeld oder Wertgegenstände zu verwalten sind, sollten besser nicht mit Personen besetzt werden, die unter finanziellem Druck stehen.

Wie es um die finanziellen Verhältnisse eines Bewerbers bestellt ist, kann aus einem Auszug des Kreditschutzverbandes von 1860 (KSV) abgelesen werden. Der KSV verwaltet im Auftrag der Kreditwirtschaft die Liste unerwünschter Kundenverbindungen und die Warenkredit-Evidenz. Zudem speichert er Inkassodaten. Der Bewerber kann den Auszug online über die Homepage des KSV bestellen.

Link zum KSV

 

PVA-Auszug

Bewerbungsbetrüger schmücken sich gerne mit fremden Federn, indem sie Arbeitgeber in den Lebenslauf aufnehmen, für die sie nie tätig waren.

Ein einfacher Weg, die Angaben des Bewerbers zu ehemaligen Arbeitgebern und der Beschäftigungsdauer zu überprüfen, ist der Abgleich mit einem Versicherungsdatenauszug der Pensionsversicherungsanstalt (PVA). In diesem Dokument ist penibel aufgelistet, wann der Bewerber für welchen Arbeitgeber tätig war. Auch der Versicherungsdatenauszug kann online vom Bewerber bei der PVA angefordert werden.

Link zur PVA

 

Dokumentenprüfung

Bewerbungsbetrüger scheuen auch vor der Fälschung von Diplomen und Dienstzeugnissen nicht zurück. Nachdem eine Fälschung solcher Unterlagen am Computer sehr leicht möglich ist, lassen Sie sich stets Originalzeugnisse vorlegen.

Achten Sie auf das Ausstellungsdatum. Wenn das Dokument an einem Feiertag oder an einem Wochenende ausgestellt wurde, sollten die Alarmglocken läuten.

Bei Dienstzeugnissen werfen Sie einen genauen Blick auf die Formatierung des Texts und Formulierungen. Weisen mehrere Dienstzeugnisse von verschiedenen Arbeitgebern Ähnlichkeiten hinsichtlich der Formatierung, Formulierungen oder gar die-selben Rechtschreibfehler auf, so sind Zweifel an der Echtheit angebracht.

Auch uneinheitliche Formatierung innerhalb eines Dokuments (variierende Zeichengröße oder Zeilenabstand) sind ein Alarmsignal. Diese Abweichungen weisen auf Teilfälschungen hin, also auf ein real existierendes Dokument, das „ausgebessert“ wurde.

 

Für weitere Fragen zum Thema Background-Check stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.

 

 

 

 

Der Autor

Mag. Bernhard Maier, MA, CFE ist Berufsdetektiv, Gerichtssachverständiger und zertifizierter Risikomanager. Er wurde von der World Association of Detectives (WAD) als „Security Professional of the Year 2018” ausgezeichnet. In der auf ATV gesendeten Doku-Soap „Betrogen“ gibt Bernhard Maier Einblicke in die Arbeit österreichischer Berufsdetektive.

Tel +43 1 5221372, www.bm-investigations.at

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